Gute Fachkräfte und Azubis können sich ihren Arbeitgeber heute aussuchen. Bevor sie sich bewerben, schauen sie sich an, wie es bei Ihnen aussieht: auf der Karriereseite, bei Instagram, bei YouTube. Was sie dort finden, entscheidet, ob eine Bewerbung kommt. Warum gut gemachte Recruiting-Videos dabei so viel bewirken, was die Zahlen sagen und warum es vor allem auf die Menschen vor der Kamera ankommt. Kurzantwort: Recruiting-Videos zeigen in einer Minute, was eine Stellenanzeige nicht erklären kann: wie Ihre Leute miteinander umgehen, wie der Arbeitsplatz aussieht und wer die künftige Führungskraft ist. Genau das prüfen Bewerber, bevor sie sich melden. Entscheidend ist aber nicht, dass es ein Video gibt, sondern wie es gemacht ist. Ein steifes Interview schadet mehr, als es nützt. Ein Film mit Mitarbeitenden, die entspannt und in eigenen Worten erzählen, überzeugt.
Die Ausgangslage: Gute Leute haben die Wahl
Laut dem Fachkräftereport 2025/2026 der DIHK können 36 Prozent der rund 22.000 befragten Unternehmen offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil geeignetes Personal fehlt. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es mehr als 40 Prozent.
Jede offene Stelle kostet Geld. Stepstone beziffert die durchschnittlichen Vakanzkosten in Deutschland für 2023 auf rund 49.500 Euro, bei einer durchschnittlichen Vakanzzeit von 138 Tagen. Im Bauwesen sind es rund 79.000 Euro und 206 Tage, in Fertigung und Produktion rund 71.000 Euro und 188 Tage. Gemeint sind vor allem entgangene Umsätze und die Mehrarbeit, die beim restlichen Team hängen bleibt.
Wer in dieser Lage Mitarbeitende gewinnen will, muss vor allem eines schaffen: Die richtigen Leute sollen schon vor der Bewerbung ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten.
Wo sich Bewerber ihr Bild machen
Bewerber schauen sich Ihr Unternehmen an, bevor sie sich melden. Im azubi.report 2024 von ausbildung.de mit 927 befragten Azubis gaben 40 Prozent an, sich auf den Webseiten von Unternehmen über Ausbildungsbetriebe zu informieren. Über soziale Netzwerke informierten sich 30 Prozent. Zwei Jahre vorher waren es noch 17 Prozent.
Eine Auswertung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) zeigt, wie groß die Lücke zwischen Bewerbern und Betrieben ist: 57,9 Prozent der 14- bis 25-Jährigen suchen auf Instagram nach Ausbildungsplätzen, 46,9 Prozent auf YouTube. Von den befragten Unternehmen nutzen aber nur 18 Prozent YouTube für ihr Ausbildungsmarketing. Bei TikTok stehen 30,4 Prozent der Jugendlichen gerade einmal 3,6 Prozent der Unternehmen gegenüber.
Für Sie heißt das: Dort, wo Ihre künftigen Mitarbeitenden suchen, sind viele andere Arbeitgeber noch gar nicht. Wer dort mit guten Bildern auftaucht, fällt auf.
Warum gerade Video so viel bewirkt
In fast jeder Stellenanzeige steht etwas von einem tollen Team, flachen Hierarchien und einem familiären Umfeld. Das überliest man, weil es überall steht. Ein Video kann zeigen, was ein Text nur behaupten kann.
Bewerber wollen vor allem drei Dinge wissen: Mit wem arbeite ich zusammen? Wie sieht mein Arbeitsplatz aus? Und wie ist der Ton im Team? Ein guter Film beantwortet das in einer Minute. Man sieht, wie die Kollegin an der Maschine lacht, wie der Teamleiter etwas erklärt und wie es in der Werkstatt aussieht.
Auch das zeigt der azubi.report 2024: YouTube-Videos gehören für 37 Prozent der Befragten zu den hilfreichsten Formaten bei der Berufsorientierung. 29 Prozent sagen, dass Videos stark oder sehr stark dazu beigetragen haben, ihren Wunschberuf greifbarer zu machen.
Ein Effekt, der oft unterschätzt wird: Ein ehrlicher Film sortiert auch aus. Wer sieht, dass er im Schichtbetrieb in einer lauten Halle arbeiten würde, und das nicht möchte, bewirbt sich gar nicht erst. Das spart Ihnen Gespräche mit Leuten, die nach drei Monaten wieder gehen.
Die Karriereseite: oft der schwächste Teil der Website
Die Studie „Karriere-Websites 2025“ der Hochschule RheinMain hat 155 Karriereseiten bedeutender Arbeitgeber in Deutschland untersucht. Im Schnitt erfüllen sie knapp 59 Prozent der Kriterien, Mittelständler liegen bei etwa 56 Prozent. Seit sechs Jahren hat sich daran kaum etwas verbessert.
Bei kleineren Betrieben sieht es oft noch schlichter aus: eine Liste offener Stellen, ein Stockfoto und ein paar allgemeine Sätze über Werte. Genau dort, wo Bewerber prüfen wollen, ob sie zu Ihnen passen, finden sie kaum etwas, das ihnen hilft. Ein kurzer Film mit Ihren echten Leuten ist der schnellste Weg, das zu ändern.
Warum ein schlechtes Video mehr schadet als gar keins
Viele Unternehmen haben schon ein Recruiting-Video. Oft sieht es so aus: Der Geschäftsführer liest vor einer weißen Wand vom Zettel ab, die Azubis sagen auswendig gelernte Sätze auf, der Ton hallt, und am Ende kommt ein Gruppenfoto mit erhobenem Daumen.
Das Problem: Zuschauer merken in Sekunden, wenn etwas nicht echt ist. Und sie übertragen diesen Eindruck auf den Arbeitgeber. Wer im Video steif und unsicher wirkt, lässt das ganze Unternehmen steif und unsicher wirken. Warum gerade gute Fachkräfte so genau hinschauen, haben wir in Warum Top-Talente mehr suchen als einen Job beschrieben.
Worauf es wirklich ankommt: Menschen, die entspannt erzählen
Ein Recruiting-Video steht und fällt mit den Menschen darin. Zuschauer fragen sich unbewusst vor allem eins: Will ich mit dieser Person zusammenarbeiten? Diese Frage beantworten keine Drohnenbilder vom Firmengelände, sondern Gesichter, Stimmen und die Art, wie jemand über seine Arbeit spricht.
Die meisten Mitarbeitenden stehen zum ersten Mal vor einer Kamera. Nervosität ist völlig normal, und man sieht sie: Die Stimme wird höher, die Sätze werden förmlich, das Lächeln wirkt gequält. Dass die Leute trotzdem locker und sympathisch rüberkommen, ist nicht ihre Aufgabe. Es ist die Aufgabe des Teams hinter der Kamera.
So bekommen wir Mitarbeitende vor der Kamera entspannt
Bei unseren Drehs haben sich ein paar Dinge bewährt:
Kein Skript zum Auswendiglernen. Wir stellen Fragen, die Antworten kommen in eigenen Worten. So klingt niemand wie ein Werbespot.
Ein Vorgespräch ohne Kamera. Wir lernen die Leute vorher kennen und gehen die Themen gemeinsam durch. Niemand wird am Drehtag von einer Frage überrascht.
Ein Gespräch statt eines Vortrags. Die Person spricht mit uns und nicht in die Linse. Das fühlt sich an wie ein Gespräch in der Kaffeepause und sieht auch so aus.
Erst die Arbeit, dann das Interview. Wir filmen zuerst bei der Arbeit. Nach einer Stunde hat man sich an Kamera und Licht gewöhnt, und das Interview danach ist deutlich entspannter.
Vertraute Umgebung, kleines Team. Wir drehen am eigenen Arbeitsplatz statt im Besprechungsraum und kommen ohne großen Tross.
Zeit und Ruhe. Versprecher sind kein Problem, wir schneiden ohnehin. Niemand muss beim ersten Versuch perfekt sein.
Das Ergebnis sind Aussagen, die man glaubt. Und genau die bringen Bewerbungen.
Wer vor die Kamera gehört
Mitarbeitende aus dem Job, für den Sie suchen: Eine Elektronikerin erklärt ihren Alltag glaubwürdiger als jede Personalabteilung.
Azubis für Azubis: Jugendliche hören auf Leute in ihrem Alter. Ein Azubi im zweiten Lehrjahr ist für Schulabgänger das stärkste Argument.
Die künftige Führungskraft: Viele wollen wissen, wer ihr Chef wird. Ein kurzer, ruhiger Auftritt der Teamleitung nimmt viel Unsicherheit.
Die Geschäftsführung, aber kurz: Ein, zwei Sätze zur Haltung des Unternehmens reichen. Der Film gehört den Mitarbeitenden.
Wichtig ist nicht, wer am lautesten ist, sondern wer gern mitmacht. Wer freiwillig dabei ist, wirkt vor der Kamera fast immer besser.
Ein Drehtag, viele Einsatzorte
Ein Recruiting-Video ist mehr als ein Film für die Karriereseite. Aus einem gut geplanten Drehtag entstehen mehrere Fassungen:
Karriereseite und YouTube: ein Hauptfilm mit 60 bis 90 Sekunden im Querformat.
Instagram, TikTok und YouTube Shorts: kurze Clips im Hochformat, jeweils mit einer Person oder einem Thema.
Stellenanzeigen und LinkedIn: kurze Ausschnitte, die direkt zur jeweiligen Stelle passen.
Messen, Schulbesuche und Onboarding: dieselben Bilder, ohne neuen Dreh.
Alle Fassungen sollten Untertitel haben, denn auf dem Handy wird oft ohne Ton geschaut. Damit das Video auch bei Google gefunden wird, gehört es direkt auf Ihre eigene Seite und nicht nur zu YouTube. Wie das geht, steht in unserem Artikel zu Video-SEO. Und wie Sie LinkedIn dabei sinnvoll nutzen, lesen Sie in LinkedIn: Die unsichtbare Hürde im Recruiting.
Was ein Recruiting-Video kostet und wann es sich rechnet
Für Ausbildungsbetriebe haben wir ein festes Paket: Unser Ausbildungsfilm kostet 3.900 Euro netto zum Festpreis. Darin enthalten sind der Drehtag, der Hauptfilm, drei Reels und eine Fassung für Messen, inklusive Nutzungsrechten. Größere Recruiting-Projekte mit mehreren Stellen oder Standorten planen wir individuell.
Zum Vergleich: Nach der Stepstone-Rechnung kostet ein Tag, an dem eine Stelle offen bleibt, im Schnitt rund 624 Euro. Wenn ein Film dazu beiträgt, eine einzige Stelle einen Monat früher zu besetzen, entspricht das schon rund 18.700 Euro. Garantieren kann das niemand. Aber die Größenordnung zeigt, dass gute Bilder im Recruiting kein Luxus sind, sondern eine Investition in Ihr Team.
Fazit: Zeigen Sie, wie es bei Ihnen wirklich ist
Gute Leute entscheiden sich für Menschen, nicht für Stellenanzeigen. Ein gut gemachtes Recruiting-Video zeigt diese Menschen: Ihren Arbeitsplatz, Ihr Team und den Ton, der bei Ihnen herrscht. Wenn die Mitarbeitenden darin entspannt und ehrlich erzählen, überzeugt das mehr als jedes Versprechen in einer Anzeige.
FAQ: Häufige Fragen zu Recruiting-Videos
Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?
Für die Karriereseite 60 bis 90 Sekunden. Für Social Media 15 bis 30 Sekunden im Hochformat. Mehrere kurze Clips wirken meist besser als ein langer Film.
Brauchen unsere Mitarbeitenden Erfahrung vor der Kamera?
Nein. Die meisten stehen zum ersten Mal vor einer Kamera. Mit Vorgespräch, Fragen statt Skript und etwas Zeit zum Ankommen wirken auch Kamera-Neulinge entspannt.
Was ist, wenn jemand nicht im Film zu sehen sein möchte?
Das ist völlig in Ordnung. Wer erkennbar im Bild ist, gibt vorher seine Einwilligung. Wir planen den Dreh so, dass niemand gegen seinen Willen vor die Kamera muss.
Wie lange dauert der Dreh?
In der Regel einen Tag. Wie lange Schnitt und Abstimmung brauchen, besprechen wir im Erstgespräch.
Sie wollen wissen, wie ein Recruiting-Video für Ihr Unternehmen aussehen könnte? Vereinbaren Sie ein Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos und unverbindlich.







